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Viel mehr als nur warme Luft

31. Mai 2026 – Die Hauptversammlung der Ortspartei Die Mitte Gams unter der Leitung von Präsidentin Barbara Dürr verlief im üblichen Rahmen. Vorgestellt wurde die digitale Plattform „crossiety“ als sogenannter digitaler Dorfplatz, wo Informationen, Veranstaltungen aber auch Kaufangebote aufgeschaltet werden können.

Anschliessend orientierte Urs Brunner, Vorsitzender der Geschäftsleitung, über die Neu- und Ausbaupläne der Kehrichtverbrennungsanlage KVA in Buchs. Dass sich ihre Organisation zu einem Unternehmen mit 100 Angestellten und einem wichtigen Energielieferanten entwickeln wird, hätten sich die Gründer des Vereins für Abfallentsorgung (VfA) 1960 wohl nicht träumen lassen. Als Gemeindevertreter von Buchs, Schaan und Vaduz entschieden sie sich damals, den Kehricht gemeinsam zu verwerten, zu entsorgen und Energie daraus zu gewinnen. Inzwischen erstreckt sich das Einzugsgebiet über 42 Gemeinden in der Schweiz, in Liechtenstein und im benachbarten Vorarlberg. Betrieben wird neben der eigentlichen Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs eine Sortieranlage in Sennwald, eine Giftsammelstelle und eine Komposttieranlage ebenfalls in Buchs. Seit Jahren werden jährlich durchschnittlich 182 350 Tonnen Abfall wiederverwertet oder der thermischen Verwertung zur Gewinnung von Strom, Dampf und Fernwärme zugeführt.

Dass die Kehrichtverbrennungsanlage am jetzigen Standort baufällig ist, verwundert nicht weiter, verarbeitet sie doch ca. 600 Tonnen Abfall täglich an 365 Tagen im Jahr. Geplant ist eine Neuanlage im Gebiet Ochsensand, wofür sich der Verein bereits das Industriegelände der ehemaligen Acima gesichert hat. Am neuen Standort soll eine geschlossene Lieferhalle mit grösseren Bunkeranlagen und neuen technischen Möglichkeiten entstehen. Von der Anlage verspricht man sich neben mehr Dampf und Wärme auch eine grössere Stromproduktion. Die Erträge daraus können verkauft werden, was eine wichtige Einnahmequelle für die KVA bedeutet. Mit dem überschüssigen Strom soll zudem Wasserstoff als Treibstoff für Nutzfahrzeuge und andere Energieabnehmer produziert werden.

In Zusammenarbeit mit der Politischen und der Ortsgemeinde Buchs soll die ganze Anlage mit der Renaturierung des Giessengewässers zu einem Energiepark erweitert werden. Der Kanton plant gleichzeitig eine neue Lösung für die Kantonsstrasse beim Bahnübergang im Ochsensand und ein weiteres Unternehmen hat Bedarf für eine Biogas-Anlage in unmittelbarer Nähe angemeldet. Bei diesen Dimensionen stellt sich auch die Frage nach den Kosten. Diese belaufen sich allein für die KVA auf geschätzte 500 Millionen Franken. Es ist das ehrgeizige Ziel der Verantwortlichen, dies ohne einen Gebührenaufschlag zu bewerkstelligen. Die Anwesenden werden die weitere Planung und Entwicklung des Areals interessiert verfolgen. Sie durften feststellen, dass es nicht nur in den Öfen der KVA brennt, sondern auch Urs Brunner Feuer und Flamme für seine Aufgabe ist.

Bild: Ortsparteipräsidentin Barbara Dürr mit Urs Brunner, Vorsitzender Geschäftsleitung KVA

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